Geschichte
18. April 1926
Gründung der Evangelischen Kirchenmusikschule in Aschersleben durch das Konsistorium der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen in Magdeburg als erster Einrichtung dieser Art auf dem Gebiet der damaligen Altpreußischen Union. Direktor wird Seminaroberlehrer Julius Bürger, Organist an der Stephanikirche in Aschersleben. Die Ausbildungsdauer beträgt zunächst ein Jahr, ab 1929 zwei Jahre.
1936
Julius Bürger legt sein Amt aus Altersgründen nieder. Bernhard Henking, Domkantor in Magdeburg, wird kommissarischer Direktor der Schule.
Dezember 1938
Übersiedlung der Kirchenmusikschule von Aschersleben nach Halle. Einzug in das Gebäude des Schlesischen Konvikts Wilhelmstraße 10 (heute Emil-Abderhalden-Straße), das im Zuge der nationalsozialistischen Gleichschaltungspolitik aufgelöst worden war. Das Gebäude ist heute Eigentum der 2005 wiedergegründeten Stiftung Schlesisches Konvikt.
29. Januar 1939
feierliche Eröffnung der Kirchenmusikschule in Halle durch das Konsistorium Magdeburg und den Berliner Oberkirchenrat. Einführung gestaffelter Studiengänge (A-, B- und C-Ausbildung).
1939
Aus politischen Gründen verlässt Bernhard Henking als Schweizer Staatsbürger Deutschland. Kurt Fiebig (bereits in Aschersleben stellvertretender Schulleiter) wird neuer Direktor. Fiebig ist zugleich Organist und Kantor an der halleschen Ulrichskirche. Damit wird die Ulrichskirche die hauptsächliche Wirkungsstätte für den Chor der Kirchenmusikschule bis 1972.
1945
Nachdem der Direktor, mehrere männliche Lehrkräfte und Studierende während der Kriegsjahre zum Kriegsdienst eingezogen worden sind, kann der Lehrbetrieb unter der kommissarischen Leitung von Gisela Kühlhorn und mit überwiegend weiblichen Studierenden eingeschränkt aufrechterhalten werden. Im Juni 1945 unter amerikanischer Besatzung darf der Lehrbetrieb in der Kirchenmusikschule (als erstem Ausbildungsinstitut der Stadt Halle) wieder beginnen. Zum Jahresende übernimmt Kurt Fiebig nach seiner Rückkehr aus der Gefangenschaft wieder das Direktorenamt.
1951
Kurt Fiebig verlässt Halle und siedelt nach Hamburg über. Eberhard Wenzel (bislang Direktor der Kirchenmusikschule in Görlitz) wird neuer Direktor und Ulrichskantor in Halle. Das Institut festigt seine Position als größte kirchenmusikalische Ausbildungsstätte in Deutschland, der Chor zählt zu den Spitzenchören des Landes.
1951
Als Reaktion auf den Wegfall des Religionsunterrichtes in den Schulen werden die Studiengänge B- und C-Kirchenmusik mit einer katechetischen Ausbildung verbunden.
1954
Die A-Prüfung als staatliche Prüfung wird von der DDR nicht mehr anerkannt.
1965
Eberhard Wenzel scheidet aus Altersgründen aus dem Amt. Walter Bruhns (vorher Kantor an der Schlosskirche Schwerin und am Katechetischen Seminar) wird zu seinem Nachfolger berufen.
1972
Die Ulrichskirche wird an die Stadt Halle verpachtet und in den folgenden Jahren als Konzerthalle ausgebaut. Damit verliert die Kirchenmusikschule ihren angestammten musikalischen Wirkungsort. Bis zur Wiedereröffnung der sanierten Marktkirche singt der Chor in verschiedenen halleschen Kirchen.
1977
Plötzlicher Tod des Direktors Walter Bruhns. Es folgt eine einjährige kommissarische Leitung durch die stellvertretende Direktorin Dr. Ursula Herrmann.
1978
Helmut Gleim, (vorher Kantor an der Marktkiche Halle und Dozent an der Kirchenmusikschule) tritt mit Beginn des Wintersemesters 1978/79 das Amt des Direktors an. Dabei behält er einen 50%-Stellenanteil als Kirchenmusiker an der Marktkirche.
1981
Beginn der vierjährigen integrierten Ausbildung Kirchenmusik B musikalische und katechetische Fächer umfassend. Zuvor fand die katechetische Ausbildung in Naumburg bzw. Potsdam statt. Das A-Studium ist damit nur noch als Aufbaustudium möglich.
1990
Nach der politischen Wende geht der Lehrbetrieb zunächst unverändert weiter. Neu hinzu kommt für die Studierenden die Möglichkeit, die Lehrbefähigung für Klavier und Orgel in Rahmen einer fakultativen Zusatzqualifikation zu erhalten.
1992
Einführung des grundständigen A-Studiums
Beginn der finanziellen Förderung durch das Land Sachsen-Anhalt
28. Juni 1993
Der Evangelischen Kirchenmusikschule wird durch das Land Sachsen-Anhalt der Status einer Hochschule zuerkannt, sie heißt fortan: Evangelische Hochschule für Kirchenmusik Halle. Beginnende Zusammenarbeit mit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
1995
Gründung des Senates und Beschluss einer Satzung
1995
Die Evangelische Hochschule für Kirchenmusik arbeitet mit Beginn des Wintersemesters 1995/96 nach einer neugefassten Studien- und Prüfungsordnung. In den Fächern Orgel, Klavier, Cembalo, Gesang, Chorleitung und Komposition werden Aufbaustudiengänge (Künstlerische Ausbildung) eingeführt.
1999
Helmut Gleim wechselt in den Ruhestand. Interimsrektorat des Prorektors Konrad Brandt. Auf dem Gebiet der Lehre beginnt eine Kooperation mit der Martin-Luther-Universität.
2000
Wolfgang Kupke, bisher Kirchenmusiker in Nordhausen und Landeskirchenmusikdirektor der Kirchenprovinz Sachsen tritt das Amt des Rektors der Hochschule an.
2001
Umzug der Hochschule in das Händehaus-Karree im Zentrum der Stadt in Nachbarschaft zum Institut für Musik der Martin-Luther-Universität, der Stiftung Händel-Haus und der Musikbibliothek der Stadt Halle.
2001
Aufnahme popularmusikalischer Angebote in die kirchenmusikalischen Studiengänge. Die Künstlerischen Aufbaustudiengänge gibt es fortan für die Fächer Orgel, Konzert- und Oratoriengesang und Chor- und Orchesterleitung.
2002
In Kooperation mit der Universität wird erstmals wieder in Deutschland ein kombinierter Studiengang für Kirchenmusik und Schulmusik eingerichtet.
2003
Die ersten Studierenden beginnen das kombinierte Studium.
2008
Der erste Absolvent beendet das Studium an beiden Einrichtungen.
2009
Durch das Kuratorium angeregt, beschließt der Senat, die Akkreditierung der Studiengänge anzustreben.
2011
Mit dem Wintersemester 2011/2012 werden die Diplomstudiengänge durch Bachelor- und Masterstudiengänge abgelöst. Damit läuft auch das grundständige A-Studium aus.
2014
Die Kirchenleitung der EKM beschließt die Verlegung der C-Ausbildung vom Kirchenmusikalischen Seminar Halberstadt an die Evangelische Hochschule für Kirchenmusik Halle.
2015
Im September beginnt die C-Ausbildung in Halle mit insgesamt neun Seminaristen. Im Dezember ist die Akkreditierung der Studiengänge Bachelor und Master Kirchenmusik sowie Master Orgel, Dirigieren und Gesang mit positivem Ergebnis abgeschlossen worden.
2017
Am 7. Juli wird Wolfgang Kupke nach 17jähriger Amtszeit als Rektor der Hochschule verabschiedet.
2017
Am 6. Oktober wird Peter Kopp, bislang Chordirigent am Dresdner Kreuzchor, in das Amt des Rektors eingeführt.
2019
Nach Umbauten im Hochschulgebäude und der Verlegung der bisherigen Aula-Orgel der Firma Klop in das Erdgeschoss erhält die Hochschule eine neue dreimanualige Aula-Orgel der Firma Eule.
2021
Die EHK kommt bis 2027 in den Genuss einer finanziellen Förderung durch das Bundesproramm "Studium und Lehre stärken". Durch die zusätzlichen Gelder können ein großer Chorsaal im Händel-Haus-Karree angemietet sowie zwei neue Teilstellen (Chorleitung-/Kinderchorleitung) und (Studiengangentwicklung/Qualitätsmanagement) eingerichtet werden.
2021
Unter Leitung von Christoph Zschunke (Dozent JRP-Chorleitung und Fachgruppensprecher Popularmusik) werden zwei weiterbildende Masterstudiengänge für Kirchliche Popularmusik mit den Schwerpunkten Chorleitung und Bandleitung konzipiert.
2022
Unter Leitung von Claudia Jennings (Dozentin für Chorleitung sowie Kinder- und Jugendchorleitung) wird eine Kooperation mit der Freien Grundschule Friedemann Bach in Halle aufgebaut. Das Unterrichtsfach Musikalische Arbeit mit Kindern im Studium Bachelor Kirchenmusik bekommt einen neuen Praxisschwerpunkt: Die Chorklassen der Grundschule werden künftig von Studierenden der EHK geleitet.
2022
Das Verfahren der Reakkreditierung der Studiengänge Bachelor und Master Kirchenmusik sowie der drei Masterstudiengänge Chor- und Orchesterleitung, Konzert- und Oratoriengesang und Künstlerisches Orgelspiel konnte erfolgreich abgeschlossen werden. Die Stiftung Akkreditierungsrat spricht eine Akkreditierung bis 2028 aus.
2022
Zum Wintersemester werden die ersten Studierenden in den Masterstudiengängen Kirchliche Popularmusik immatrikuliert.
2025
Die Hochschule erhält eine dreimanualige Üb- und Unterrichtsorgel, erbaut von Johann-Gottfried Schmidt aus Rostock.
Zum Wintersemester 2025/26 wird ein zweiter gemeinsamer Studiengans mit dem Institut für Musik der Martin-Luther-Universität eingerichtet: Masterstudium Lehramt Musik (Qualifizierung von Seiteneinsteigern für das Lehramt Musik an Gymnasien und Sekundarschulen).
Das Verfahren der Akkreditierung des Studienganges Kirchliche Popularmusik konnte erfolgreich abgeschlossen werden.